Bilanz - Was ist eine Bilanz?

Die Bilanz oder Bilanzierung bietet einen Überblick über sämtliche Vermögensbestandteile eines Unternehmens sowie über die Herkunft des Kapitals. Sie bildet in ihrer Struktur das Kernstück der doppelten Buchführung.

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Wer muss eine Bilanz erstellen?

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie die Bilanz bilden die zentralen Bestandteile des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht jedes Unternehmen oder Selbstständige zur Erstellung einer Bilanz verpflichtet sind. Diese Verpflichtung hängt von drei entscheidenden Faktoren ab:

  • Umsatz
  • Gewinn
  • Eintragung ins Handelsregister


Für Einzelunternehmer gibt es spezifische Unterscheidungen zu berücksichtigen. Ein Einzelunternehmer ist nicht gleichbedeutend mit einem anderen Einzelunternehmer. Es gibt verschiedene Kategorien, darunter:

  • Kleinunternehmer und Gewerbetreibende
  • Freiberufler
  • Eingetragene Kaufleute


Kleinunternehmer und Gewerbetreibende benötigen in der Regel nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Falls der Jahresumsatz weniger als 22.000 € beträgt, ist sogar die EÜR nicht erforderlich. Freiberufler sind in der Regel von der Bilanzierungspflicht befreit. Hingegen sind eingetragene Kaufleute, die im Handelsregister verzeichnet sind, unter bestimmten Bedingungen dazu verpflichtet, eine Bilanz zu erstellen, wenn sie einen festgelegten Umsatz und Gewinn erreichen.

Definition - Wie sieht eine Bilanz aus?

Um dem System der doppelten Buchführung zu entsprechen, verfügt die Bilanz über zwei Seiten, die als Aktiva und Passiva bezeichnet werden. In den Aktiva werden sämtliche Vermögensgegenstände buchhalterisch erfasst, und dies wird auch als Mittelverwendung bezeichnet.

Die Mittelherkunft lässt sich aus den Passiva ablesen. Der Wert aller Aktiva wird als Bilanzsumme bezeichnet. In einer korrekt aufgestellten Bilanz entspricht dieser Wert exakt dem der Passiva - wie bei einer Waage. Die Herkunft des Wortes "Bilanz" deutet ebenfalls darauf hin, denn "bilancia" bedeutet auf Italienisch Waage oder Gleichgewicht.

Die Bilanz nimmt somit die Form eines T an. Auf der linken Seite des T werden die Aktiva aufgeführt, während auf der rechten Seite die Passiva stehen. Die Bilanzsumme wird doppelt vermerkt - sowohl unter den Aktiva als auch unter den Passiva.

Zum Vermögen auf der linken Seite gehören beispielsweise Immobilien, Büroausstattung oder das Guthaben auf dem Geschäftskonto. Auf der rechten Seite wird dokumentiert, womit die linke Seite finanziert wird. Die Struktur der Bilanz ist durch §266 HGB festgelegt.

Bilanzen: Anlagevermögen und Umlaufvermögen

Auf der linken Seite der Bilanz erfolgt eine Unterscheidung zwischen Anlage- und Umlaufvermögen. Anlagevermögen umfasst Vermögenswerte, die dauerhaft oder sehr langfristig im Unternehmen verbleiben, wie beispielsweise Grundstücke, Maschinen oder Büroausstattung.

Umlaufvermögen hingegen bezieht sich auf Vermögenswerte wie Kontoguthaben, Bargeld oder Materialien, die kurzfristig verbraucht werden.

Bilanz einsehen: Eigenkapital und Fremdkapital

Auf der Passivseite der Bilanz erfolgt eine Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdkapital, wobei das Eigenkapital über dem Fremdkapital aufgeführt wird.

Ein grundlegendes Prinzip sowohl für die Aktiva als auch für die Passiva lautet: Je länger ein Element im Betrieb verbleibt, desto weiter oben wird es in der Bilanz aufgeführt. Dies bedeutet, dass beispielsweise langfristige Anleihen über kurzfristigen Krediten positioniert werden.

Funktionen der Bilanz

Grundsätzlich lassen sich drei Funktionen einer Bilanz unterscheiden:

1. Informationsfunktion:
Die Informationsfunktion ist bereits durch ihren Namen nahezu selbsterklärend. Die Bilanz dient der schnellen und verlässlichen Aufklärung von Interessensgruppen über die aktuelle Vermögenslage eines Unternehmens. Zu den Zielgruppen gehören beispielsweise Aufsichtsbehörden, Banken oder Investoren.

2. Dokumentationsfunktion:
Im Rahmen der Dokumentationsfunktion dient die Bilanz der Nachprüfbarkeit von Geschäftsvorgängen, insbesondere um rechtliche Vorgaben zu erfüllen.

3. Gewinnermittlungsfunktion:
Die Bilanz ermöglicht durch ihre Gewinnermittlungsfunktion die Ermittlung des Überschusses in einer bestimmten Periode.

Der Ersteller der Bilanz ist sowohl rechtlichen Vorgaben als auch gewissen Spielräumen unterworfen. Daher ist es unter Umständen möglich, dass zwei auf den ersten Blick "gleich gute" Unternehmen in Wahrheit ganz unterschiedlich stark sind. In der Praxis erfüllt keine Bilanz perfekt alle drei Funktionen.

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