Die wichtigsten Rechtsformen in Deutschland im Überblick

In Deutschland werden die verschiedenen Rechtsformen in Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterteilt. Die Rechtsform stellt den rechtlichen Rahmen eines Unternehmens dar und gibt vor, wie es am Wirtschaftsleben teilnimmt. Die einzelnen Rechtsformen zeichnen sich durch unterschiedliche Merkmale aus, die erhebliche Auswirkungen auf betriebswirtschaftliche, organisatorische, steuerrechtliche und haftungsrechtliche Aspekte haben. Daher ist die sorgfältige Auswahl der geeigneten Rechtsform von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Unternehmensgründung.

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Die passende Rechtsform finden

Grundsätzlich haben Gründerinnen und Gründer, unabhängig vom Geschäftszweck oder der Branche, die Freiheit, die Rechtsform ihres Unternehmens frei zu wählen. Ausnahmen bilden lediglich Versicherungsgesellschaften, Bausparkassen oder Pfandbriefbanken. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Rechtsform für jede Gründung geeignet ist.

Um zu entscheiden, welche Rechtsform am besten zu Ihnen und Ihrem Gründungsvorhaben passt, können Sie sich grob an den folgenden Entscheidungskriterien orientieren:


  • Möchten Sie alleine oder im Team gründen?
  • Wer soll das Unternehmen führen: Inhaber, Geschäftsführer, Vorstand?
  • Wie aufwendig soll die Buchführung und die damit verbundenen Rechnungslegungs- und Publizitätspflichten sein?
  • Möchten Sie die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränken?
  • Können Sie Eigenkapital für die Gründung aufbringen?
  • Benötigen Sie Fremdkapital für die Gründung?
  • Wie aufwendig dürfen die Gründungsformalitäten ausfallen?
  • Soll das Unternehmen in das Handelsregister eingetragen werden?
  • Planen Sie mehrere Standorte – auch international?
  • Planen Sie, Ihr Unternehmen an die Börse zu bringen?
  • Soll Ihr Unternehmen hohes Ansehen bei Kapitalgebern genießen und eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen?
  • Sollen neue Gesellschafter unkompliziert aufgenommen werden können?
  • Sind Sie bereit, Gesellschaftern oder Investoren Mitbestimmungsrechte einzuräumen?

 

Wenn Sie unabhängig bleiben und maximale unternehmerische Freiheit genießen möchten, könnte die Gründung eines Einzelunternehmens für Sie infrage kommen. Falls Sie lieber im Team gründen, eignen sich Personengesellschaften wie die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder eine Kommanditgesellschaft (KG). Wenn Sie über ausreichend Eigenkapital verfügen und Ihre Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränken möchten, könnte die Gründung einer Kapitalgesellschaft wie der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) passend sein. Für einen Börsengang wäre die Gründung einer Aktiengesellschaft die richtige Wahl.

Im Folgenden möchten wir Ihnen kurz die wichtigsten Rechtsformen, ihre Merkmale und Gründungsvoraussetzungen vorstellen.

Einzelunternehmen

Einzelunternehmen befinden sich im alleinigen Besitz ihrer Inhaber. Diese führen die Geschäfte des Unternehmens auf eigene Verantwortung, sind nicht weisungsgebunden und müssen sich bei geschäftlichen Entscheidungen mit niemandem abstimmen. Gewinne fließen ausschließlich in die eigene Tasche. Als Einzelunternehmerin oder Einzelunternehmer genießt man maximale Flexibilität und Unabhängigkeit. Gleichzeitig trägt man jedoch auch das volle Risiko. Allein die Inhaberin oder der Inhaber steht für geschäftliche Fehlentscheidungen und Verluste gerade. Im Schadensfall haftet man nicht nur mit dem Geschäftsvermögen, sondern auch unbeschränkt mit dem privaten Vermögen. In Einzelunternehmen ist eine Haftungsbeschränkung nicht möglich.

Einzelpersonen, die ihre Haftung beschränken wollen, können anstelle eines Einzelunternehmens eine Kapitalgesellschaft wie eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), eine Ein-Personen-GmbH oder eine Ein-Personen-AG gründen. Allerdings erfordert dies ein Mindeststammkapital von bis zu 50.000 € und ist mit einem höheren Gründungsaufwand verbunden. Kapitalgesellschaften können zudem den Gewerbesteuerfreibetrag nicht nutzen.

Die Gründung und Führung eines Einzelunternehmens erfordert formal geringen Aufwand und niedrige Kosten. Lediglich eine natürliche Person ist für die Gründung notwendig, und es gibt kein vorgeschriebenes Mindeststammkapital. Die Anmeldung erfolgt bei den zuständigen Ämtern und Behörden, darunter das Gewerbeamt, das Finanzamt, die zuständige Berufsgenossenschaft sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK). Einzelunternehmerinnen oder Einzelunternehmer, die Mitarbeiter beschäftigen, müssen auch eine Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen.

Einzelunternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, haben keine gesetzliche Verpflichtung zur doppelten Buchführung. Die einfache Buchführung genügt. Zur Gewinnermittlung muss lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zusammen mit der Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden.

Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmer unterliegen der Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer. Bei einem zu versteuernden Einkommen unter 10.347 € pro Jahr greift der Grundfreibetrag, wodurch keine Einkommensteuer anfällt. Die Gewerbesteuer hat eine Freigrenze von bis zu 24.500 € pro Geschäftsjahr. Bleiben die Einnahmen darunter, entfällt die Gewerbesteuer. Einzelunternehmen können gemäß § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG) die Kleinunternehmerregelung nutzen und bei einem Bruttoumsatz bis 22.000 € im vorangegangenen Jahr sowie einer voraussichtlichen Obergrenze von 50.000 € im laufenden Jahr von der Umsatzsteuer befreit sein.

Einzelunternehmen, die eigene Angestellte beschäftigen, müssen zudem die Lohnsteuer für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abführen. Die Unternehmensbezeichnung für handelsregisterpflichtige Einzelunternehmen kann frei gewählt werden. Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag müssen in der Unternehmensbezeichnung den Namen der Inhaberin oder des Inhabers führen.

Zu den Einzelunternehmen zählen die folgenden Rechtsformen:

  • eingetragene Kaufleute (e. K.)
  • Kleingewerbetreibende
  • Freiberufler


Eingetragene Kauffrau (e. Kfr.) / eingetragener Kaufmann (e. Kfm.)

Einzelunternehmerinnen oder Einzelunternehmer, die ein Handelsgewerbe betreiben, werden als eingetragene Kaufleute (e. K.) bezeichnet. Für ihr Unternehmen ist eine Eintragung ins Handelsregister erforderlich, wodurch es den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) unterliegt. Dies bedeutet, dass sie zur doppelten Buchführung und Bilanzierung verpflichtet sind. Zudem müssen sie einmal im Jahr eine Inventur durchführen. Ausnahmen gelten für eingetragene Kaufleute, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht mehr als einen Umsatz von 600.000 € und einen Jahresüberschuss von 60.000 € erzielt haben.

Kleingewerbetreibende

Ein Kleingewerbe erfordert aufgrund von Art und Umfang keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb und ist nicht handelsregisterpflichtig. Da Kleingewerbe nicht den strengen Vorschriften des Handelsgesetzbuches unterliegen, sind die einfache Buchführung sowie die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zur Gewinnermittlung ausreichend. Kleingewerbetreibende unterliegen den allgemeinen Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) sowie den Steuergesetzen.

Sofern Kleingewerbetreibende nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen, können sie bei der Umsatzsteuer die IST-Besteuerung wählen. Dabei wird die Zahlung der Umsatzsteuer im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung erst fällig, wenn Kunden ihre Rechnungen tatsächlich bezahlen.

Freiberufler

Freiberuflerinnen und Freiberufler stellen eine spezielle Kategorie von Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmern dar. Diese Rechtsform ist nur für bestimmte Berufsgruppen möglich. Nach § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) müssen Freiberufler eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit ausüben und zudem eine entsprechende berufliche Qualifikation oder kreative Begabung nachweisen.

Zu diesen sogenannten Katalogberufen zählen:
 

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten
  • Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte
  • Vermessungsingenieure, Ingenieure 
  • Architekten 
  • Handelschemiker 
  • Wirtschaftsprüfer
  • beratende Volks- und Betriebswirte
  • vereidigte Buchprüfer
  • Steuerberater, Steuerbevollmächtigte
  • Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer 
  • Lotsen 
  • ähnliche Berufe


Der Status "Freiberufler" bringt eine steuerrechtliche Besonderheit mit sich: Da Freiberufler weder Waren herstellen noch verkaufen, gelten sie nach deutschem Steuerrecht nicht als Gewerbetreibende. Daher sind sie von der Gewerbeanmeldung und der Zahlung der Gewerbesteuer befreit.

Ausgenommen sind Freiberufler, die einen sogenannten kammerpflichtigen Beruf ausüben. In der Regel sind sie jedoch nicht zur Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Berufsgenossenschaft, der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland, verpflichtet. Die Gründung als Freiberufler erfolgt daher besonders schnell, unkompliziert und kostengünstig – die Anmeldung beim Finanzamt ist ausreichend. Das Gleiche gilt für die Unternehmensführung: Ein Handelsregistereintrag ist nicht vorgeschrieben, daher genügen die einfache Buchführung sowie die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zur Gewinnermittlung.

Personengesellschaften

Personengesellschaften werden von mindestens zwei natürlichen Personen oder von einer natürlichen und einer juristischen Person, zum Beispiel einer GmbH, gegründet. Durch ihren Zusammenschluss verfolgen die Gesellschafterinnen und Gesellschafter ein gemeinsames Unternehmensziel. Die Grundlage dieses Zusammenschlusses bildet ein formfreier Gesellschaftsvertrag, der die Rechte und Pflichten der Gesellschafterinnen und Gesellschafter sowohl im Innen- als auch im Außenverhältnis regelt. Eine Kapitaleinlage ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, jedoch in der Praxis durchaus üblich.

Zu den Personengesellschaften zählen im Wesentlichen die

  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Partnerschaftsgesellschaft (PartG)
  • Stille Gesellschaft (StGes)


Als Mischformen gehören auch die GmbH & Co. KG sowie die GmbH & Co OHG zu den Personengesellschaften.

Eine Personengesellschaft wird nicht als juristische Person betrachtet und besitzt daher keine eigenständige Rechtsfähigkeit. Dennoch kann sie bestimmte selbstständige Rechte und Pflichten ausüben. Die Geschäftsführung liegt in der persönlichen Verantwortung der Gesellschafter. Gemeinsame Entscheidungen werden getroffen, und Gewinne sowie Verluste sowie Abstimmungen erfolgen nach Köpfen, sofern im Gesellschaftsvertrag keine abweichenden Regelungen festgelegt sind. Individuelle Bestimmungen können ausschließlich für die Rechte und Pflichten im Innenverhältnis getroffen werden. Im Außenverhältnis tragen alle Gesellschafter gemeinsam die Verantwortung. Bei Verlusten oder Schäden haften sie gegenüber Dritten gesamtschuldnerisch mit dem Gesellschaftsvermögen sowie persönlich und uneingeschränkt mit ihrem Privatvermögen.

Um eine Personengesellschaft zu gründen, erfolgt die Anmeldung beim Gewerbeamt, dem Finanzamt, der zuständigen Berufsgenossenschaft sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK). Bei Beschäftigung eigener Mitarbeiter ist zusätzlich die Beantragung einer Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit erforderlich.

Personengesellschaften, die ein Handelsgewerbe ausüben, unterliegen der Handelsregistereintragungspflicht. Infolgedessen sind sie zur doppelten Buchführung, Bilanzierung und Inventur verpflichtet. Aufgrund des Handelsregistereintrags haben Personengesellschaften die Freiheit bei der Wahl ihres Firmennamens, mit Ausnahme der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

Für Personengesellschaften sind Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer relevant. Wenn einer der Gesellschafter eine juristische Person wie eine GmbH ist, wird auch die Körperschaftsteuer relevant. Bei der steuerlichen Behandlung unterscheidet sich die Gesellschaft je nach Steuerart von ihren Gesellschafterinnen und Gesellschaftern:

  • Bei der Einkommensteuer gelten die Gesellschafter als Steuersubjekt.
  • Bei der Umsatzsteuer ist die Gesellschaft das Steuersubjekt.
  • Bei der Gewerbesteuer wird die Gesellschaft als steuerpflichtiges Subjekt betrachtet, und gleichzeitig werden für die Gewinnermittlung die Regelungen aus dem Einkommensteuerrecht angewendet.


Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) wird als die einfachste Form der Personengesellschaft betrachtet. Sie wird als Gewerbebetrieb klassifiziert, jedoch nicht als Handelsgewerbe, weshalb keine Eintragung in das Handelsregister erforderlich ist. Folglich genügen in der GbR die einfache Buchführung und Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zur Gewinnermittlung. Der Gesellschaftsvertrag muss keine spezielle Form aufweisen und bedarf keiner notariellen Beglaubigung. Allerdings muss die GbR in der Unternehmensbezeichnung die Namen ihrer Gesellschafter führen.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Der Begriff "OHG" lässt bereits darauf schließen, dass es sich um eine Handelsgesellschaft handelt. Die Offene Handelsgesellschaft ist handelsregisterpflichtig, was sie zur Anwendung der doppelten Buchführung, Bilanzierung und Inventur verpflichtet.

Die Gesellschafter der OHG sind zur Geschäftsführung verpflichtet, wobei der Grundsatz der Einzelgeschäftsführung gilt. Dies bedeutet, dass alle Gesellschafter Geschäfte, die im regulären Betrieb anfallen, eigenständig ohne die Mitwirkung der anderen Gesellschafter durchführen dürfen. Nur bei außergewöhnlichen Geschäften ist die Zustimmung aller Gesellschafter erforderlich. Zum Beispiel bedarf die Erteilung einer Prokura der einstimmigen Zustimmung aller Gesellschafter. Auch Beschlüsse müssen einstimmig gefasst werden.

Es besteht die Möglichkeit, die Befugnisse einzelner Gesellschafter intern durch einen formfreien Gesellschaftsvertrag zu beschränken. Es wird empfohlen, den Vertrag schriftlich abzufassen, wobei eine notarielle Beglaubigung nur in Ausnahmefällen erforderlich ist.

Kommanditgesellschaft (KG)

Die Kommanditgesellschaft (KG) entsteht durch den Zusammenschluss von mindestens zwei Gesellschaftern. Die Besonderheit besteht darin, dass ein Gesellschafter, der Komplementär, persönlich und unbeschränkt, auch mit seinem Privatvermögen haftet, während die Haftung des Kommanditisten auf die Höhe seiner eingebrachten Einlage begrenzt ist. Die Rolle des Komplementärs und des Kommanditisten kann sowohl von natürlichen als auch von juristischen Personen übernommen werden.

Der Komplementär übernimmt die Geschäftsführung und vertritt die KG nach außen. Die Kommanditisten sind von der Geschäftsführung ausgeschlossen und können, sofern der Gesellschaftsvertrag keine abweichenden Regelungen vorsieht, den Entscheidungen und Handlungen des Komplementärs im regulären Betrieb nicht widersprechen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, einen Beirat einzurichten, der die Geschäftsführung berät und überwacht.

Partnerschaftsgesellschaft (PartG)

Die Partnerschaftsgesellschaft (PartG) repräsentiert eine Personengesellschaft, die exklusiv für den Zusammenschluss mehrerer Freiberufler vorgesehen ist. Dieser Zusammenschluss wird ähnlich wie bei einem Freiberufler als Einzelunternehmen betrachtet – weder als Gewerbe noch als Handelsbetrieb. Somit unterliegt die Partnerschaftsgesellschaft nicht der Gewerbesteuer und ist nicht verpflichtet, sich im Handelsregister einzutragen. Stattdessen erfolgt die Eintragung im Partnerschaftsregister.

Die Benennung der Gesellschaft setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • dem Namen eines oder mehrerer Partner
  • dem Zusatz "Und Partner" oder "Partnerschaft"
  • den von der Partnerschaft vertretenen Berufen


Ein herausragendes Merkmal der Partnerschaftsgesellschaft ist die Möglichkeit der Haftungsbeschränkung. Grundsätzlich haften die Partner gemeinschaftlich und persönlich mit ihrem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Diese Haftung kann jedoch eingeschränkt werden, wenn nachweislich nur ein Partner oder bestimmte Partner mit einem Auftrag betraut waren. In einem solchen Fall haften nur sie für berufliche Fehler. Die Voraussetzung zur Gründung einer Partnerschaftsgesellschaft und zur Begrenzung der persönlichen Haftung ist der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung.

Stille Gesellschaft (StGes)

Stille Gesellschaften (StGes) sind Personengesellschaften, bei denen sich Gesellschafter an einem Handelsgewerbe eines anderen beteiligen, um einen Anteil am Gewinn zu erhalten. Der stille Gesellschafter bleibt nach außen hin verborgen und ist nicht aktiv an der Unternehmensführung beteiligt. Seine Mitspracherechte sind auf bestimmte Kontrollrechte beschränkt. Beispielsweise kann er einen schriftlichen Jahresabschluss verlangen und hat das Recht, die Geschäftsbücher und Unterlagen des Unternehmens zur Überprüfung einzusehen. Die Beteiligung des stillen Gesellschafters erstreckt sich sowohl auf Gewinne als auch auf Verluste des Unternehmens. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Beteiligung am Verlust auszuschließen, während eine Beteiligung am Gewinn obligatorisch ist.

Kapitalgesellschaften

Bei Kapitalgesellschaften steht das eingebrachte Kapital im Mittelpunkt, nicht die einzelnen Gesellschafterinnen und Gesellschafter. Die Gründung einer Kapitalgesellschaft erfordert den Zusammenschluss von mindestens zwei natürlichen oder juristischen Personen. Aus diesem Zusammenschluss entsteht eine eigenständige, rechtsfähige juristische Person, die Rechte und Pflichten besitzt, über Vermögen verfügt und unter dem Firmennamen klagen und verklagt werden kann.

Zu den deutschen Kapitalgesellschaften zählen die

  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
  • Europäische Aktiengesellschaft / Societas Europaea (SE)

Die Ein-Personen-GmbH und die Ein-Personen-AG sind Rechtsformen, die von nur einer natürlichen Person gegründet werden können. Obwohl die Gründung kosten- und zeitintensiver ist, kann sie sich aufgrund der Möglichkeit der Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen durchaus lohnen.

Bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft ist ein gesetzliches Mindeststammkapital vorgeschrieben, das die Gesellschafter im Gründungsprozess auf einem Geschäftskonto hinterlegen müssen. Durch das Stammkapital ist die Haftung der Gesellschafter auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt, und ihr privates Vermögen bleibt von der Haftung ausgeschlossen. Ein notariell beglaubigter Gesellschaftsvertrag ist erforderlich, und mit der Eintragung ins Handelsregister gilt die Kapitalgesellschaft als rechtssicher gegründet.

Aufgrund des Handelsregistereintrags unterliegen Kapitalgesellschaften den strengen Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Im Gegensatz zu Personengesellschaften sind sie zur doppelten Buchführung und Bilanzierung verpflichtet und müssen ihre Jahresabschlüsse, einschließlich Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV), im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen.

Die Geschäfte einer Kapitalgesellschaft können von den Gesellschafterinnen und Gesellschaftern selbst geführt werden, wobei es in der Praxis häufiger üblich ist, eine Geschäftsführung oder einen Vorstand einzusetzen. Die Mitbestimmung der Gesellschafterinnen und Gesellschafter erfolgt entsprechend dem Verhältnis ihrer Kapitalbeteiligung, und auch die Gewinn- und Verlustverteilung erfolgt anteilig. Die Übertragung der Anteile einer Kapitalgesellschaft gestaltet sich unkompliziert.

Die Gewinne einer Kapitalgesellschaft unterliegen der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. Zusätzlich sind weitere Steuerarten für Kapitalgesellschaften relevant:

  • Kapitalertragssteuer: Sonderform der Einkommenssteuer, die auf Gewinnausschüttungen an die Gesellschafterinnen und Gesellschafter einbehalten wird
  • Umsatzsteuer
  • Lohnsteuer
  • Grundsteuer: jährlich, sofern die Gesellschaft bebaute oder unbebaute Grundstücke besitzt
  • Grunderwerbssteuer: einmalig, wenn die Gesellschaft Grundvermögen erwirbt


Aktiengesellschaft (AG)

Für die Gründung einer Aktiengesellschaft (AG) ist ein Mindeststammkapital von 50.000 € erforderlich, welches in Aktien zerlegt ist und an der Börse gehandelt wird. Diese Aktien befinden sich im Besitz der Gesellschafter, den Aktionären. Die Aktionäre erhalten für ihre Kapitaleinlage ein Mitbestimmungsrecht, das sie während der jährlichen ordentlichen Hauptversammlung ausüben können. Zusätzlich werden die Aktionäre in Form einer Dividende am Gewinn des Unternehmens beteiligt.

Die AG besteht aus drei voneinander unabhängigen Organen:

  • dem Vorstand, der die Geschäfte der AG führt,
  • dem Aufsichtsrat, der die Arbeit des Vorstands überwacht, und
  • der Hauptversammlung, die aus den Aktionären des Unternehmens besteht.


Die Rechtsgrundlage der Aktiengesellschaft bildet das Aktiengesetz (AktG).

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) erfordert ein Mindeststammkapital von 25.000 €, von dem mindestens die Hälfte (12.500 €) zur Gründung auf ein Geschäftskonto eingezahlt oder als Sacheinlage hinterlegt werden muss.

Die Leitung der GmbH-Geschäfte obliegt einer Geschäftsführerin oder einem Geschäftsführer, die oder der von den Gesellschafterinnen und Gesellschaftern ernannt wird. Diese Person wird durch einen Dienstvertrag angestellt, der ihre Rechte und Pflichten regelt. Die Beschlussfassung erfolgt durch die Gesellschafterversammlung, bestehend aus den Gesellschafterinnen und Gesellschaftern der GmbH. Wenn die Gesellschaft mehr als 500 Mitarbeitende hat, ist die Einrichtung eines Aufsichtsrats zur Überwachung der Geschäftsführung erforderlich.

Das GmbH-Gesetz (GmbHG) bildet die rechtliche Grundlage für die GmbH.

Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) stellt eine spezielle Variante der GmbH dar. Im Grunde gelten für die "kleine GmbH" dieselben Regelungen. Ein bedeutender Unterschied besteht darin, dass die UG (haftungsbeschränkt) von nur einer natürlichen Person gegründet werden kann. Zudem ist für die Gründung lediglich ein Mindeststammkapital von nur 1 € erforderlich. Auf diese Weise bietet die UG (haftungsbeschränkt) eine attraktive Möglichkeit für Einzelunternehmerinnen oder Einzelunternehmer, allein zu gründen, dabei jedoch von der Haftungsbeschränkung einer Kapitalgesellschaft auf das Gesellschaftsvermögen zu profitieren.

Ein Nachteil der UG (haftungsbeschränkt) besteht jedoch darin, dass ein Teil des Gewinns zurückgehalten werden muss. Gewinne dürfen nicht vollständig ausgeschüttet werden, sondern müssen im Unternehmen verbleiben, bis eine Ansparsumme von 25.000 € erreicht ist. Sobald diese Summe erreicht ist, besteht die Möglichkeit, die UG (haftungsbeschränkt) in eine GmbH umzuwandeln.

Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

Die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) ist eine hybride Rechtsform, die Elemente der Aktiengesellschaft (AG) und der Kommanditgesellschaft (KG) vereint. Zur Gründung ist ein Mindeststammkapital von 50.000 € erforderlich. Eine herausragende Eigenschaft dieser Form liegt in der Haftung, wobei bestimmte Gesellschafter, die Komplementäre, sowohl mit dem Gesellschaftsvermögen als auch persönlich mit ihrem Privatvermögen haften. Im Gegensatz dazu haften die Kommanditisten, die sich durch ihre Kapitaleinlage am Unternehmen beteiligen, nur bis zur Höhe ihrer Einlage, die durch die Aktien verbrieft ist.

Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass Kommanditisten trotz des Besitzes von Aktien im Gegensatz zu AG-Aktionären über keinerlei Mitbestimmungsrechte verfügen.

Die Besteuerung der KGaA betrifft nur den Gewinnanteil der Kommanditisten, der der Körperschaftsteuer unterliegt. Das bedeutet, dass die Gewinnanteile und die Geschäftsführervergütung der Komplementäre abgezogen werden und individuell von ihnen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden müssen.

Die gesetzliche Grundlage der KGaA findet sich in den §§ 278 bis 290 des Aktiengesetzes (AktG).

Europäische Aktiengesellschaft / Societas Europaea (SE)

Die Europäische Aktiengesellschaft, auch als Europa-AG bekannt, ist eine Rechtsform, die Unternehmen offensteht, die in verschiedenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union aktiv sein möchten. Im Wesentlichen gleicht sie einer traditionellen Aktiengesellschaft, unterliegt jedoch zusätzlich zu nationalen Bestimmungen auch gemeinschaftsrechtlichen Grundlagen. Die SE entsteht durch die Verschmelzung von Aktiengesellschaften aus mindestens zwei europäischen Mitgliedstaaten und erfordert ein Mindestgrundkapital von 120.000 €. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgt im Land des Hauptsitzes, wo die SE uneingeschränkt steuerpflichtig ist. Niederlassungen in anderen Ländern unterliegen beschränkter Steuerpflicht.

Fazit: Welche Rechtsform eignet sich für Ihre Gründung?

Es steht Ihnen in den meisten Fällen frei, die Rechtsform für Ihre Unternehmensgründung zu wählen, abhängig von Ihrer individuellen Gründungssituation. Wenn Sie alleine gründen und einen unkomplizierten Prozess wünschen, könnte die Anmeldung eines Einzelunternehmens geeignet sein.

Für Gründungen im Team bieten sich Personengesellschaften an, wobei die GbR eine der unkompliziertesten Formen ist. Falls Sie ein Handelsgewerbe mit mehreren Gesellschaftern betreiben möchten, kommen die OHG oder die KG in Betracht, jedoch mit einem höheren Gründungsaufwand und umfangreicheren Pflichten in Bezug auf Buchführung und Bilanzierung. Es ist jedoch keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestkapitaleinlage erforderlich.

Im Gegensatz dazu stehen Kapitalgesellschaften, bei denen das eingebrachte Kapital im Vordergrund steht. Die Gründungsformalitäten und Unternehmensführung sind streng reguliert und erfordern einen höheren Organisationsaufwand. Dieser Aufwand lohnt sich in der Regel eher für größere Unternehmen, die möglicherweise auch einen Börsengang planen. Durch das hohe Stammkapital können Kapitalgesellschaften jedoch das Vertrauen am Markt stärken und gleichzeitig die Haftung der Gesellschafter begrenzen.

Unabhängig von Ihrer Wahl der Rechtsform sollten Sie auch langfristig das Wachstum Ihres Unternehmens und eine mögliche internationale Expansion berücksichtigen. Eine scheinbar geeignete Rechtsform für die Gründung könnte sich später im Geschäftsverlauf als nachteilig erweisen.

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